Hey, bereit für die Kurzarbeit?
Drei Themen rund ums Lager: kurze Erklärungen, Videos, Labore zum Ausprobieren und Übungen mit Sofort-Feedback. Rechenaufgaben bekommen bei „Neue Aufgabe“ neue Zahlen. Für jede richtige Antwort gibt es XP.
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Thema 1: Funktionen der Lagerhaltung
⏱️ In 30 Sekunden erklärt
- Sichern: Der Vorrat hält Verkauf und Produktion am Laufen, wenn Nachschub ausfällt.
- Zeit überbrücken: Herstellung und Verbrauch passieren zu unterschiedlichen Zeiten.
- Mengen puffern: Eingekauft wird in großen Mengen, verbraucht in kleinen.
- Spekulieren: Auf Vorrat kaufen, weil die Preise bald steigen sollen.
- Umformen: Die Ware verändert sich im Lager gezielt (reifen, trocknen, umpacken).
🎬 Erklärvideo
Ein Lager ist ein Puffer zwischen Beschaffung und Verbrauch: Es gleicht Störungen, Zeit und Mengen aus – und kann Ware sogar verbessern.
„Viel Lager ist immer gut.“ Falsch! Jeder Vorrat bindet Geld (Kapitalbindung), braucht Platz und kann veralten oder verderben.
Produziert wird schon ab Herbst, gekauft wird fast nur kurz vor Ostern. Das Lager überbrückt die Zeit.
Ein Shop legt sich zusätzliche Paare einer limitierten Serie auf Lager, weil er danach höhere Preise erwartet: Spekulation – mit Risiko, falls der Hype ausbleibt.
📚 Alles auf einen Blick (zum Nachlesen)
| Funktion | Worum geht es? | Beispiel |
|---|---|---|
| Sicherungsfunktion (Versorgungssicherung) | Ein Vorrat schützt vor Lieferausfällen, Verspätungen oder plötzlich steigendem Bedarf. | Sicherheitsbestand an Bremsbelägen in einer Fahrradwerkstatt |
| Zeitüberbrückungsfunktion | Beschaffung bzw. Herstellung und Verbrauch fallen zeitlich auseinander. | Ernte im Herbst, Verkauf das ganze Jahr |
| Mengenpuffer (Mengenausgleich) | Große Liefermengen werden in kleinen Mengen verbraucht oder verkauft. | Palettenweise Einkauf wegen Mengenrabatt, Verkauf einzeln |
| Spekulationsfunktion | Vorratskauf, weil Preissteigerungen erwartet werden oder ein Sonderangebot lockt. | Papier vor einer angekündigten Preiserhöhung einkaufen |
| Umformungsfunktion (Veredelung) | Die Ware wird während der Lagerung gezielt verändert oder neu zusammengestellt. | Käse reift, Holz trocknet, Großpackungen werden portioniert |
Kehrseite: Lagerbestände verursachen Kosten (Miete, Personal, Versicherung, Zinsen für gebundenes Kapital) und Risiken (Schwund, Verderb, Veralten). Ziel ist deshalb ein Bestand, der so groß wie nötig und so klein wie möglich ist.
🎯 Übungen
Thema 2: Lagerarten
⏱️ In 30 Sekunden erklärt
- Lager lassen sich nach sechs Kriterien einteilen: Bauweise, Bearbeitungsstand, Standort, Geschosse, Eigentum, Platzvergabe.
- Festplatz: Jeder Artikel hat seinen festen Platz. Chaotisch: Die EDV vergibt den gerade freien Platz und merkt ihn sich.
- Zentral = alles an einem Ort, dezentral = verteilt auf mehrere Orte.
- Eigenlager, Fremdlager, Konsignationslager: Wem gehört das Lager – und wem die Ware?
🎬 Erklärvideo
Chaotisch spart Platz, braucht aber eine funktionierende EDV.
Festplatz ist einfach, verschenkt aber Fläche.
„Chaotisch heißt unordentlich.“ Falsch! Jeder Platz ist genau gespeichert – nur eben nicht fest vorgegeben.
Socken immer in die oberste Schublade = Festplatz. Alles dahin, wo gerade Platz ist, und eine App merkt sich wo = chaotisch.
Der Lieferant füllt den Schrank im Büro auf, bezahlt wird nur, was entnommen wird. Das ist die Idee des Konsignationslagers.
📚 Alles auf einen Blick (zum Nachlesen)
| Einteilung nach … | Lagerarten |
|---|---|
| räumlicher Gestaltung (Bauweise) | offenes Lager / Freilager (nicht überdacht, für witterungsunempfindliche Güter wie Kies oder Pflastersteine) · geschlossenes Lager (umbaut, Schutz vor Wetter und Diebstahl; Sonderformen wie Kühl- oder Gefahrstofflager) |
| Bearbeitungsstand (Stufe der Wertschöpfung) | Roh-, Hilfs- und Betriebsstofflager (Material zwischen Einkauf und Fertigung) · Zwischenlager (unfertige Erzeugnisse) · Fertigerzeugnislager (fertige Produkte für den Verkauf) |
| Lagerort (Standort) | Zentrallager (alles an einem Ort) · dezentrale Lager (verteilt, nah am Verbrauch) · Handlager (kleiner Vorrat direkt am Arbeitsplatz) |
| Anzahl der Geschosse | eingeschossig · mehrgeschossig · Sonderform Hochregallager (sehr hohe Regale, bedient von Regalbediengeräten) |
| Eigentumsverhältnis | Eigenlager (gehört dem Unternehmen) · Fremdlager (Platz bei einem Dienstleister gemietet) · Konsignationslager (Ware des Lieferanten beim Kunden, Eigentum wechselt erst bei Entnahme) · Kommissionslager (Händler verkauft fremde Ware gegen Provision) |
| Lagerplatzvergabe | Festplatzsystem (systematisch, fester Platz je Artikel, Lagerplan) · chaotische Lagerhaltung (Freiplatzsystem, EDV vergibt freie Plätze) |
Weitere Begriffe: Versandlager – versandfertige Ware wartet kurz auf die Abholung. Zolllager – importierte Ware wartet auf die Zollabfertigung, Abgaben werden erst bei Entnahme fällig.
Zentral: + weniger Gesamtbestand, bessere Übersicht, Technik und Personal gut ausgelastet; − lange Wege zu den Verbrauchsorten, alles hängt an einem Standort.
Dezentral: + kurze Wege, schnelle Verfügbarkeit, Risiko verteilt; − mehr Bestand und Fläche insgesamt, mehr Personal, schwierigere Kontrolle.
🎯 Übungen
Thema 3: Kommissionierung
⏱️ In 30 Sekunden erklärt
- Kommissionieren = aus dem Gesamtsortiment die Artikel und Mengen eines Auftrags zusammenstellen.
- Person-zur-Ware: Die Person läuft zum Regal. Ware-zur-Person: Technik bringt die Ware zum Arbeitsplatz.
- Einstufig = Auftrag für Auftrag (seriell oder parallel in Zonen). Zweistufig = viele Aufträge sammeln, gemeinsam picken, danach verteilen.
- Hilfsmittel: Pick-by-Paper, -Scan, -Voice, -Light, -Vision. Je besser die Kontrolle, desto weniger Fehler.
🎬 Erklärvideo
Viele kleine Aufträge mit ähnlichen Artikeln → sammeln (zweistufig).
Wenige große Aufträge → Auftrag für Auftrag (einstufig).
„Pick-by-Light ist immer am besten.“ Falsch! Es ist schnell, aber teuer und lohnt sich vor allem bei vielen Picks an festen Fächern.
Sie laufen mit Zettel durch den Supermarkt = Person-zur-Ware mit Pick-by-Paper. Vergisst man etwas, merkt es niemand – bis zu Hause.
Eine Person kauft für alle vier Mitbewohner ein und verteilt zu Hause = zweistufig: Ein Weg statt vier.
📚 Alles auf einen Blick (zum Nachlesen)
Prinzip der Bereitstellung: Person-zur-Ware (statisch): Die Ware bleibt am Lagerplatz, die Person geht hin – einfach und günstig, aber viele Wege. Ware-zur-Person (dynamisch): Fördertechnik bringt den Behälter zum Kommissionierplatz und wieder zurück – kaum Wege, aber teure Technik.
| Strategie | Ablauf | passt gut, wenn … |
|---|---|---|
| einstufig, seriell | Eine Person holt alle Positionen eines Auftrags nacheinander. | wenige, große oder eilige Aufträge |
| einstufig, parallel (zonenweise) | Der Auftrag wird nach Lagerbereichen aufgeteilt, mehrere Personen picken gleichzeitig, danach wird zusammengeführt. | große Lager mit klar getrennten Bereichen |
| zweistufig (serienorientiert, Sammelkommissionierung) | Mehrere Aufträge werden gebündelt, die Artikel gesammelt entnommen (Stufe 1) und danach auf die Aufträge verteilt (Stufe 2). | viele kleine Aufträge mit ähnlichen Artikeln, z. B. Onlinehandel |
| Hilfsmittel | So funktioniert es | + / − |
|---|---|---|
| Pick-by-Paper | Pickliste auf Papier | + billig, sofort einsetzbar · − fehleranfällig, keine Buchung in Echtzeit |
| Pick-by-Scan (MDE) | Mobiles Datenerfassungsgerät, jeder Pick wird gescannt | + Kontrolle und Buchung sofort · − WLAN und Geräte nötig, Hände nicht frei |
| Pick-by-Voice | Headset sagt Platz und Menge an, Bestätigung per Sprache (Prüfziffer) | + Hände und Augen frei · − Einarbeitung, Lärm stört |
| Pick-by-Light | Lampe am Fach zeigt Platz und Menge, Taste quittiert | + sehr schnell, wenige Fehler · − teuer, unflexibel bei Sortimentswechsel |
| Pick-by-Vision | Datenbrille blendet Infos ins Sichtfeld ein | + Hände frei, Wegführung · − teuer, Akzeptanz und Ergonomie |
Kommissionierzeit = Basiszeit (Auftrag annehmen, Liste, Abgabe) + Wegzeit (Weg : Geschwindigkeit) + Greifzeit + Totzeit (Suchen, Lesen, Kontrollieren).
Typische Fehler: falscher Artikel, falsche Menge, Position vergessen, Ware beschädigt, beim Verteilen dem falschen Auftrag zugeordnet. Folgen: Reklamationen, Retouren, Zusatzkosten, unzufriedene Kunden.
🎯 Übungen
Begriffe-Trainer
Fachbegriffe sicher zuordnen – jede Runde zieht eine neue Karte. Tipp: Erst selbst überlegen, dann tippen.
Probe-Kurzarbeit
Drei Aufgaben, 27,5 Punkte, 30 Minuten – wie in echt. Mit Taschenrechner und Papier rechnen, Ergebnisse eintragen, abgeben. Danach sehen Sie Punkte, Note und alle Lösungswege. Jede neue Kurzarbeit hat neue Zahlen und Situationen.